Einige dieser Kunstwerke sind zu kaufen, manche sind bereits in Besitz von Sammlern, Unternehmen und Kunstinteressierten. Gerne male/zeichne ich auch für dich ein Bild nach deinen Wünschen.
Wenn ich ein Bild male ...
habe ich es bereits seit Wochen im Kopf. Ich wache nachts auf und male in Gedanken… ich spaziere und male in Gedanken. Ich gehe einkaufen und es entstehen bunte Bilder in meinem Kopf. Das ist für mich ganz normal, weil es schon immer so war! Und ohne es zu bemerken, bewegen sich meine Finger, als hielten sie bereit den Pinsel in der Hand Ganz von selbst.
In meinen Gedanken entsteht so ein neues Kunstwerk, Schritt für Schritt.
Ich fühle bereits das Leinen und rieche die Farben. Höre das Wasser, wenn ich den Pinsel eintauche. Ich freue mich darauf, es real werden zu lassen, zögere diesen Prozess jedoch immer ein wenig hinaus, denn diese Vorfreude ist immer ein besonderes Erlebnis – denn es gibt keine Grenzen. Alles ist erlaubt.
Dann ist es soweit.
Ich bin gut darin, alles fürs Malen vorzubereiten. Der Prozess ist durchdacht und wird routiniert ausgeführt: Die richtige Leinwand oder anderen Untergrund wählen. Größe, Farbe, und Stärke. Überprüfen, ob der Untergrund einwandfrei ist. Die Staffelei oder Unterlage positionieren. Parallel zum Rest des Raumes, wenn möglich.
Nichts darf dem Zufall überlassen werden. Dafür ist mir jeder Strich zu wichtig!
Ich streiche über die Fläche, beinahe liebkosend. Fühle mit den Finger die Oberfläche des Papiers oder vom Leinen. Wenn alles passt, kommen die Farben. Unzählige Farben, teure, billige, neue und fast leere. Ich mag sie alle und reihe sie farbig sortiert nebeneinander. Wieder Parallel. Klar.
Frisches, sauberes Wasser ist so wichtig. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Wird es zu viel, gieße ich damit die Pflanzen. Das geht manchmal einige male so. Doch die Pflanzen freuen sich über frisches Wasser.
Die Pinsel. Ich müsste wohl 300 Jahre alt werde, um diese zu Tode zu malen. So viele habe ich. Und trotzdem suche ich oft lange, bis ich den genau richtigen finde. Auch sie lege ich exakt nebeneinander auf ein Küchentuch, natürlich der Größe nach.Ganz wichtig ist noch mein Maltuch, das mich schon Jahrzehnte begleitet. Mehr Farbe als Stoff - es saugt kaum noch Flüssigkeit auf, hat also seine Wirksamkeit längst verloren … doch ich mag es einfach - und ich lege es sorgsam gefaltet bereit.
Den Boden lege ich mit Papier oder Stoff aus, um ihn zu schützen. Natürlich schön im rechten Winkel.
Und so beginnt es. Endlich.
Ich stehe nun vor dieser unschuldigen, unbefleckten Fläche und habe Ehrfurcht. Ein bisschen Ehrfurcht vor dem ersten, unwiderruflichen Strich. Diese Etappe kann sich lange hinauszögern. Ich gehe auf jede Seite, ändere den Blickwinkel, betrachte das große Weiß, schließe die Augen und sehe das fertige Bild im Kopf. Mein Bild, das ich schon so lange mit mir herumtrage. Ich spüre es, lächle und freue mich. Es darf jetzt beginnen.
Dann öffne ich die Augen und beginne zu zweifeln. Und das ist fast immer so.
Erst jetzt merke ich, dass mich diese von mir selbst erschaffene perfekte Ordnung meiner Farben und Pinsel blockiert. Ein irrer Perfektionismus, der mir Sicherheit vorgaukelt. Jetzt macht es mir Angst - diese unschuldige Reinheit des Leinenstoffes. Die parallel liegenden Pinsel. Alles so korrekt. Dieser penible Perfektionismus. Alles muss. Muss. Ich darf nicht denken! Denn das ist schrecklich und behindert meine Kreativität. Ich muss raus aus diesem Irrsinn und diese Gedanken loslassen.
Ich wandere rastlos umher, werde langsam ruhiger, atme und fühle. Und so beginne ich nach und nach Chaos in mein Umfeld zu bringen. Gutes Chaos. Ich liebe dieses Chaos, mein eigenes Chaos, meine unvernünftige Unordnung - es befreit mich. Jetzt bin ich. Jetzt kann ich malen.
Jetzt liegen Farben undPinsel, kreuz und quer. Skizzen verstreut am Boden. Ich muss über sie steigen, um frisches Wasser zu holen… Skizzen flattern umher, überall Maltücher, Farbmuster, Malstifte, alte Bilder, Trinkwasser ... ich suche immer wieder nach Farben, weil mein Chaos diese verschluckt, ich tauche den Pinsel in mein Wasserglas statt in das schmutzige Malwasser und zu spät fällt es mir auf. Ist das nicht herrlich verrückt?
Ja! Nur mein Kunstwerk zählt. Genau jetzt.
Zeit ist unwichtig. Es ist egal, ob es Tag oder Nacht ist. Ich bin voller Farbe, vergesse zu essen und verschmelze mit meinem Kunstwerk. Es ist egal, dass mein Chaos tagelang stehen bleibt. Alles rundherum ist egal. Nur mein Kunstwerk zählt. Nur ich alleine, grenzenlos.
Ich male. Euphorie. Ich liebe das Malen, mein Ausdruck des Seins!
Jetzt liebe ich mich. Ich bin in meiner eigenen Welt, das ist fantastisch. Und es ist auch verrückt - beim Malen entsteht eine Melodie… jeder einzelne Farbton klingt in meinem Inneren. Ich höre es nicht durch meine Ohren, nein - die Töne sind in mir. Ein sinnlicher tiefer Ton, der mich wärmt und beschützt für mein Rot, voller Güte und Energie. Dann ein frischer etwas höherer Ton, wie morgendlicher Vogelgesang für das Gelb... Ich schwimme in einer teils disharmonischen Welle von Farbe und Gefühl. Es entsteht eine Gesamtkomposition, die mich beim Malen begleitet. So träume ich malend dahin.
Ich höre daher nie Musik, wenn ich male. Denn ich habe die Melodie bereits im Kopf. Meine ganz persönliche Melodie. Jede Farbe hat ihren Klang, die einzigartige Melodie dieses Schaffens. Ich bin dankbar für diesen Begleiter meiner künstlerischen Einsamkeit.
Dann kommt sie, diese kritische Phase. Immer wieder.
Mein Kunstwerk ist beinahe fertig. Doch dann, und dieser Moment kommt immer – zweifle ich plötzlich. Ich weiß nicht warum. Ich kann es nicht mehr sehen, was ich geschaffen habe und beginne plötzlich „klug“ zu denken. Ich denke, ich könnte doch dies oder das, oder doch lieber, oder wenn ich vielleicht, und dann muss ich … Die Gefahr der Verschlimmbesserung scheint immer größer.
Ich hasse diese Phase und bin kurz davor alles zu vernichten. Bin höchst deprimiert. Beginne an mir zu zweifeln. An allem zu zweifeln. Bin müde und hungrig. Ich sitze da und mir ist kalt.
Ich betrachte mein Bild.
Lange.
Ich fühle mich verlassen, niemand kann mir jetzt helfen.
Obwohl ich übermüdet bin, kann … ja darf ich nicht schlafen - nicht jetzt. Ich kann mein Kunstwerk nicht alleine lassen. Nicht in dieser Phase. Was, wenn ich im Schlaf sterbe und jemand sieht dieses unvollendete Bild? Ich lache über mich selbst.
Mein zuvor geliebtes Chaos wird bedrohlich größer. "Das ist doch verständlich, niemand kann in so einem Chaos malen. Das Gemalte ist so schlecht, wie schade um das Material! Wieviel Zeit ich damit vergeude!" Ich denke und denke. Der Kopf gewinnt.
Und wüsste ich nicht, dass es immer so kommt, wenn ich male, würde ich tatsächlich aufgeben. Mich alleine mit Schokolade und Wein in den Schlaf weinen. Mich selbst bemitleiden. Erbärmlich.
Doch – zum Glück - ich weiß es. Ich weiß, dass nur eine Nuance fehlt. Ein oder zwei Pinselstriche, ein anderer Farbton – irgendetwas, dass das Bild zu Meinem werden lässt. Lebendig werden lässt. Etwas, das so klein sein kann, dass es vermutlich Niemand außer mir bemerkt.
Ich schließe die Augen, entferne mich von allem. Zeitlos.
Und dann geschieht es, die Lösung ist plötzlich da! Wie hypnotisiert tu ich es, ich male. Ich tu es von ganz alleine, ohne zu denken. Das Gefühl siegt über den Kopf. Ich lächle, könnte die Welt erobern.
Dieser Prozess kann drei Minuten oder Tage dauern. Dieser letzte Schritt vollendet das, was ich mir zuvor erfühlt habe. Es muss nicht so aussehen, doch das Gefühl passt. Euphorie. Lachen. Erleichterung.
Ich weiß es jetzt. Mein Bild ist fertig. Und ich liebe es. Denn jetzt ist es nicht so, wie ich es mir im Kopf ausgemalt habe - nein, es ist besser. Ich kann es berühren, riechen, umkreisen. Jetzt ist das Kunstwerk lebendig und spricht zu mir. Ich liebe diesen Moment!
Es dauert oft lange, bis ich mein geliebtes Chaos wieder weggeräumt habe. Ganz ehrlich, ich zögere es gerne hinaus. Bis wieder alles schön ordentlich verstaut ist. Brav. Die Farben weggewischt und das wunderbar bunte Wasser entleert, ich sehe ihm nach, wie es langsam kräuselnd im Abfluss verschwindet. Das macht mich ein wenig traurig. Es kommt mir fast sträflich vor, diese wunderbaren Zeugen einer Geburt zu entfernen.
Diesen Teil des Malens mag ich überhaupt nicht, denn er zeigt, dass es aus ist. Vorüber. Nie wieder da. Dieser Moment zeigt, dass ich jetzt wieder „ordentlich“ denken sollte … funktionieren … vernünftig sein. Termine einhalten muss.
Ja, die Welt hat mich wieder, und mein Bild hängt jetzt an einer schönen weißen Wand in sauberer geordneter Umgebung. Ich muss mich erst daran gewöhnen, es so zu sehen – ohne mein geschätztes Chaos, das mein Kunstwerk einst so liebevoll beschützte.
Wir fremdeln ein wenig.
Und bald gehört es allen, die es sehen. Es ist dann nicht mehr „mein“ Bild – es ist dann „unseres“, denn meine Begabung gehört nicht mir allein. Jeder Blick auf das Bild leiht sich einen kleinen Teil meiner Seele.
Jetzt darf es jemand sehen.
Und ich hoffe, es ist nicht Irgendjemand. Sondern Jemand, der um meinen Prozess weiß. Jemand, der es versteht und fühlen kann, wie es mir ergangen ist. Jemand, der um die künstlerische Verrücktheit und Einsamkeit weiß. Ein großer Wunsch.
Oft kommt es anders. Manche Menschen freuen sich über Details oder Striche, deren Intension nicht annähernd dem entsprechen, was ursprünglich von mir gedacht war, was ist damit sagen wollte.
Ist das denn nicht klar?
Nein.
Und ich lerne daraus, dass es unzählige Arten gibt, ein Bild zu interpretieren. Ein Bild zu sehen, die Botschaft zu erkennen, eigene Erfahrungen zu integrieren, die Farben wirken zu lassen, zu lieben oder zu hassen. Ich lerne, dass nicht nur meine ursprüngliche Idee gesehen wird. Dass nicht Jeder die logische Konsequenz der Formen und Farben so sieht, wie ich es verstehe.
Und das ist letztendlich auch gut so. Mein Ego hat hier nichts verloren, denn es geht um die Wahrnehmung verschiedener Menschen. Sobald ich ein Bild zeige, gehört es nicht mehr mir alleine. Sobald ich es zeige, entstehen tausende Meinungen. Menschen philosophieren darüber, finden es schön oder auch nicht, oder es ihnen einfach egal, sie reden über die Bedeutung, üben Kritik, bewerten die Farben, das Format ...
Völlig egal, wie mein Bild gesehen wird - ich freue mich, wenn darüber gesprochen wird. Denn Kunst verbindet. <3
Doris Maria Weigl
DORIS MARIA WEIGL
Grafikerin - Illustratorin - Malerin
Meine Kunstwerke male/zeichne ich mit Acryl, Tusche, Graphit, Feder, Kugelschreiber, Kohle, Tinte, Erde ... oder ich erstelle sie digital.
***Wesentlich ist für mich die Botschaft, das Gefühl***
- DMW -
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