Pinsel


Neues Leben einhauchen.

Meine alten Pinsel, geliebte Assistenten beim Erschaffen vieler Werke, werden selbst zu Kunststücken zum Aufhängen oder dekorieren! 

 Mit Acrylfarbe bemalt und signiert. Preis je Kunstpinsel: 100,- €    - Ich freue mich über Anfragen, Aufträge und Bestellungen:  doris.weigl@illustratorin.at


Prinzessin Bellas siebzehnter Geburtstag 

 

Jeden Mittwoch wird ein kunstvoll bemalter Pinsel in die Rolle einer Person aus dem Märchen „Prinzessin Bellas siebzehnter Geburtstag“ schlüpfen.

21. 04. 2021  -   Text von Peter M. Werner  -

*Prinzessin Bellas siebzehnter Geburtstag*  -  TEIL 1:

 

Es war einmal in einem Land, das lag so weit weg von hier, dass Einhundert Pferdegenerationen es nicht erreichen hätten können, selbst wenn sie Tausend Nächte durchgeritten wären.

 

Dieses Land wurde regiert von einem König, der voller Güte, Weisheit und Gerechtigkeit war. Sein Volk hatte stets genug zu essen, was nicht selbstverständlich war in diesen Tagen. Er verhalf den Menschen zu Bildung und Wohlstand, sie liebten ihn dafür und er liebte sie. 

 

Jedes Jahr zur Sommerzeit veranstaltete der König ein großes Fest, zu dem alle seine Untertanen geladen waren. Anlass dafür war der Geburtstag seines einzigen Kindes, Prinzessin Bella. Die Prinzessin zählte damals 16 Jahre und sie war, wie sich das für Prinzessinnen schickte, das schönste Mädchen im Lande. Sie hatte pechschwarzes Haar, rehbraune Augen und ein wunderschönes Antlitz. 

 

Leider zeigte sich auf diesem wunderschönen Antlitz niemals ein Lächeln und davon soll unsere Geschichte nun handeln.

 

...weiter geht es nächsten MärchenMittwoch!   :-)



Eigentlich geschieht es den ganzen Tag mit mir. 

Eigentlich kann ich gar nicht anders. Während ich daheim still in einem Raum stehe, aufgeregt durch das Haus von Freunden gehe, neugierig einen neuen Laden betrete, sehe ich nicht nur Wände, Möbel, Einrichtung. 

Nein, ich sehe alles bunt, bemalt, belebt. Farbe spannt sich wie edler Brokat samten über Funktion, frische Kunst verzaubert das Bekannte, das Alltägliche.

 

Und meine Hände werden unruhig.

Sie werden aktiv. Sie formen, was in meiner Gedankenwelt entsteht, bemalen die Möbel, schenken dem Sessel ein strahlendes Sonnengelb, tauchen das gerade noch unsichtbare Tischchen in dramatisches Purpurrot. Ein wunderschöner Vogel mit sonnengelbem Schnabel und leuchtend buntem Gefieder lässt sich darauf nieder, seine Anmut halb versteckt vom tiefgrünen Dschungel.

 

Ich spüre den Drang, alles, wirklich alles zu bemalen. Nicht bloß Leinwände, Holz und Karton, nein, Truhen, Tische, Stühle, Pinsel, Flaschen, Steine, Konservendosen, Kronkorken, Kleidung, Polster, Schuhe, Wände… einfach alles.

 

Ein scheinbar banaler Gegenstand wird zur Skulptur.

Wird zu einem Kunstwerk, das dem Raum etwas Neues schenkt, ein Gesicht, einen Ausdruck, eine Seele. 

Als Künstlerin wage ich mich damit in die dritte Dimension. Nicht mehr die Wand ist Projektionsfläche, nein, es ist der Raum selbst. Das Kleinod soll von jeder Seite zu betrachten sein, wie das Werk eines Magiers. Es darf, nein es soll „benutzt“ werden, dies aber bewusst und behutsam, ja mit Bedacht. Dank seiner Einzigartigkeit wird es zu einem kunstvollen Sammlerobjekt. 

Jedes Stück ein Unikat. Handbemalt und signiert.

 

Und wöchentlich wächst die Galerie. Weil meine Hände nicht ruhen können.

 

*******

 

„Kannst du auch Taubenschwänzchen?“

Eine kleine, wunderbare Geschichte, die möchte ich noch erzählen. Weil sie mir am Herzen liegt, weil sie mich berührt hat. Vor gar nicht langer Zeit kam eine Frau mittleren Alters zu mir in die Manufaktur. Eigentlich unscheinbar, still, wäre da nicht ihr Lächeln gewesen, gütig, von Herzen kommend. Mit eben diesem Lächeln betrachtete sie meine Schöpfungen, nahm jedes Kästchen, jeden Gegenstand lange in ihre Hände, es wirkte beinahe, als würde sie meine Werke mit ihren Augen streicheln. 

 

„Kannst du auch Taubenschwänzchen?“ 

Mit dieser Frage hatte ich nicht gerechnet, aber ja, ich kann natürlich auch Taubenschwänzchen und so bemalte ich auf ihren Wunsch eine kleine Truhe mit diesem eigentlich nur durch seine kolibrihafte Art zu fliegen bemerkenswerten Vogel. 

 

Als sie die Truhe mit dem Falter dann zwei Wochen später in ihren Händen hielt, nahm sie das Kleinod erst in beide Hände, das wieder mit ihrem einzigartigen Lächeln, öffnete sie dann zärtlich und legte eine kleine gläserne Murmel hinein. Dann neigte sie die Box immer wieder von einer Seite zur anderen, so dass die Murmel hörbar an die Wände stieß. 

Klack, klack. Immer wieder.

Der Moment war so innig, dass ich ihn trotz meiner Neugier nicht mit einer Frage stören konnte. 

Aber sie sah meinen Blick.

 

„Weißt du, als meine Tochter noch klein war, hatte sie eine Truhe, die war ungefähr so groß wie diese hier. Und genau diese Murmel hat sie immer hineingelegt und damit gespielt. Stundenlang konnte dich dieses monotone Klackern hören. Und ganz ehrlich, manchmal hat es mich sogar genervt. Dabei hat sie immer aus dem Fenster gesehen und Taubenschwänzchen beobachtet, davon hatten wir echt viele im Garten. Die hat sie geliebt, weil sie sie immer an Kolibris erinnert haben. Heute lebt sie im Land der Kolibris, in Amerika.

Und wir sehen einander nur mehr vielleicht ein, zwei Mal im Jahr. Und telefonieren jeden Monat. Aber zwischendurch werde ich jetzt immer diese Murmel klackern lassen. Und dem kleinen Kolibri zusehen.“

 

In diesem Moment habe ich erkannt, was mein Schaffen bewirken kann.

 

<3


Ich freue mich über deine Anfrage und Bestellung:  doris.weigl@illustratorin.at